2007 gründete die deutsch-italienische Familie Börner das Weingut ÔMINA ROMANA inmitten der vulkanischen Hügel der Castelli Romani. Bereits in der Antike besaßen römische Familien in den Colli Albani, etwa 40 Kilometer südöstlich von Rom, landwirtschaftliche Höfe und stellten dort Wein her. Vulkanisches Verwitterungsgestein war seit je Garant für hohe Qualität.


Nach dem Ersten Weltkrieg geriet die Tradition des Weinbaus um Rom in Vergessenheit. Basierend auf wissenschaftlichen Studien und allerhöchsten Qualitätsmaßstäben ist es möglich geworden, die 2500 Jahre alte Tradition des römisch-etruskischen Weinbaus und des Spitzenweins „Vinum Velletriae“ zu neuem Leben zu erwecken.

Der Blick von Nemi öffnet sich auf den Lago di Nemi, einen der vulkanischen Kraterseen der Colli Albani.

Der Blick von Nemi öffnet sich auf den Lago di Nemi, einen der vulkanischen Kraterseen der Colli Albani.

Vinum Velletriae

2500 Jahre Weintradition

Die besonderen Eigenschaften der Castelli Romani schätzten bereits die Etrusker, die das Gebiet um Velletri besiedelten und urbar machten. Seit etwa 600 vor Christus wurde hier Weinbau betrieben und durch das außergewöhnliche Zusammenspiel von Boden und Klima ein hoher Ertrag mit herausragender Qualität erzielt. Tempel und heilige Stätten wie die der Jagdgöttin Diana am Vulkansee Lago di Nemi zeugen noch heute von der besonderen Bedeutung dieses Landstrichs vor den Toren Roms. Stadtrömische Familien und der Papst schätzen die Gegend aufgrund ihres ausgewogenen Klimas – mit einer leichten Meeresbrise und kühlen Nächten im Sommer – und der Fruchtbarkeit des Bodens. Die Stadt Castel Gandolfo und die Castelli Romani sind sichtbare Zeichen dieses Reichtums.

Nach dem Zerfall des Weströmischen Reichs folgte in der Renaissance eine erneute Hochblüte des Vinum Velletriae, doch Weltkriege, Faschismus und Industrialisierung führten zu tiefgreifenden Umstrukturierungen in der Landwirtschaft und zum Rückgang der Qualität im Weinbau. Ein stark mengenorientierter Anbau prägte die folgenden Jahrzehnte. Unter Mussolini wurde der Weinbau im Latium auf die Produktion von Industriealkohol ausgerichtet. Nach dem Zweiten Weltkrieg verlangte der zunehmende Massentourismus rund um Rom vermehrt die Produktion einfacher und kostengünstiger Weine zur Versorgung der Millionenstadt. So wurde das Latium als Anbaugebiet schlichter Qualität bekannt.

Der an Archäologie und römischer Geschichte interessierte deutsche Unternehmer Anton F. Börner und seine italienische Frau Anna Maria erkannten das Potenzial des Terroirs. Sie veranlassten umfangreiche geografische, klimatische und geologische Untersuchungen durch die Universitäten Geisenheim und Florenz und wurden in ihrer Annahme bestätigt: Das außergewöhnliche Potenzial dieses Weinbaugebiets war unübersehbar – und somit wurde der Grundstein von ÔMINA ROMANA gelegt.

Ômina

Der Name „ÔMINA“ ist abgeleitet vom lateinischen Begriff „omen“, im Plural „omina“, und bedeutet „gute Vorzeichen“. Gemeint sind Hinweise auf künftige Entwicklungen und erwartbare Ereignisse. Die Etrusker suchten am Himmel nach solchen Botschaften, um Auskunft über Wetter und Ernte zu erhalten. Der Name „ÔMINA“ beginnt mit dem letzten Buchstaben des griechischen Alphabets, dem Omega, und endet mit dem ersten, dem Alpha – ein Verweis auf den Kreislauf der Natur. Der Zusatz „ROMANA“ verortet das Weingut und verbindet es mit der Region um Rom.

Feuervogel

Wie der Phönix aus der Asche erhebt sich unser Weingut aus den vulkanasche­haltigen Böden der Colli Albani. Ein Sinnbild für die Wiederauferstehung großer Weine aus einer traditionsreichen Region, deren Schätze nach dem Verfall gehoben wurden.

Philosophie

Der benediktinische Grundsatz „ora et labora“ – bete und arbeite – bildet ergänzt durch „mens et manus“ – Geist und Hand – den Kompass für ÔMINA ROMANA. Diese Haltung prägt jede Entscheidung und leitet uns in unserem täglichen Tun. Als italienischer Betrieb steht ÔMINA ROMANA unter christlicher Tradition. Bodenständigkeit, Bescheidenheit und Ehrfurcht gegenüber Natur und Mensch bilden das Fundament unseres Denkens und Handelns.

Terroir

Vinifikation

Die vulkanischen Böden der Castelli Romani

Der Vulcano Laziale prägte die Gegend rund um die Castelli Romani mit seinem ersten großen Ausbruch vor rund 360 000 Jahren. In den darauffolgenden 50 000 Jahren förderten weitere explosionsartige Eruptionen Lava, Asche, Tuff und Bims an die Oberfläche, die sich schichtweise ablagerten und als mineralhaltige Gesteinsarten den Boden bereicherten. Die vulkanischen Böden der Castelli Romani mit guter Drainage, Wärmespeicherung und hohem Mineralgehalt sorgen für tief wurzelnde, kräftige und widerstandsfähige Weinreben. Die gekelterten Weine sind charaktervoll, elegant und langlebig mit einer mineralischen Note.

Neupflanzung der gesamten Weinberge

Unsere Weinberge erstrecken sich über 70 Hektar. Analysen des Bodens, der Wasserverfügbarkeit und des Klimas schufen die Grundlage für die Neuanlage der ÔMINA-Weinberge. Auf 60 Parzellen wurden 24 unterschiedliche Bodenprofile gefunden. Sie wurden mit den auf das angestrebte Portfolio abgestimmten Rebsorten beziehungsweise deren Klonen bepflanzt. Darunter befanden sich autochthone wie auch klassische Traubensorten. Die Klimaanalysen waren die Basis für Lage und Ausrichtung der Rebzeilen. Und die Pflanzung von Hand sowie die systematische Erfassung und Protokollierung jedes einzelnen Rebstocks bilden die Grundlage für Weine von höchster Qualität.

Sanfte Vinifikation unter Einsatz von Trockeneis

Zentral bei unserer Weiß-Weinherstellung ist eine sanfte Vinifikation. Die von der Universität Florenz entwickelte und patentierte Vinifizierungsmethode „Extravelvet“ erfüllt unsere Qualitätsansprüche ideal. Auf das klassische Pressen der Maische wird dabei verzichtet. So gelingt es, wertvolle Polyphenole und Aromaverbindungen zu erhalten. Die Maische wird für etwa 24 Stunden in einen speziellen Extravelvet-Tank mit Trockeneis gegeben und kontrolliert abgekühlt. CO2 und Konvektion sorgen für eine schonende Durchmischung der Maische ohne mechanische Belastung. Durch langsame Erwärmung der Maische wird der Most abgetrennt, der alle sechs Stunden abgezogen wird und in einem separaten Tank sedimentiert. Die Struktur und alle Aromastoffe bleiben so erhalten.

Unsere Rotweintrauben werden nach der Selektion auf dem Sortiertisch unter Zugabe von Trockeneis abgebeert, gekeltert und temperaturkontrollierten Behältern zugeführt. Dort erfolgt die alkoholische Gärung und Mazeration der Schalen. Die Gärung muss bei Temperaturen von höchstens 25 °C und auf gleichmäßige Weise erfolgen, damit sich komplexe und anhaltende Aromen entwickeln können. Die Mazeration der Schalen, die sich oft über einige Tage auch nach Abschluss der Gärung hinzieht, ermöglicht die Abgabe von aromatischen Ausgangsstoffen sowie Anthocyanen an den Wein. Diese sind verantwortlich für die rote Farbe und die Tannine und wichtig für die Struktur und Stabilität.

Windkanaleffekt: Optimales Mikroklima

Die Weinberge von ÔMINA ROMANA liegen in südwestlicher Richtung in gleichmäßiger Hanglage zwischen dem Apennin und dem Tyrrhenischen Meer. Dies führt zu einem für Spitzenweine günstigen Geländeklima: Tagsüber erwärmen sich die Hänge, und es wehen sanfte Winde vom Meer her, in der Nacht kühlen die aus den Abruzzen kommenden Winde die Flächen wieder ab. So sind im Sommer Tag-Nacht-Temperaturunterschiede von bis zu 16 °C die Regel – eine optimale Basis für gesunde und vollreife Trauben. Bei der Anpflanzung wurden die Zeilen so ausgerichtet, dass der Wind durch die Vegetation zirkulieren kann. Dadurch wird das Bestandsklima in den Rebbergen auf natürliche Weise reguliert.

Unser Team

Es gibt Menschen, die für etwas Neues über sich selbst hinauswachsen. So ist es auch mit den Menschen, die hinter ÔMINA ROMANA stehen: Sie vereint nicht nur die Leidenschaft für Wein, sondern auch der Wunsch, etwas zu schaffen, das bleibende Werte hinterlässt und sich in die jahrhundertelange Geschichte des Landes einreiht. Dass dieser Wille niemals an Kraft verliert, dafür sorgt Inhaberin Katharina Börner, die das Weingut mit viel Hingabe führt, begleitet von der ganzen Familie.

In Velletri wird sie unterstützt von Paula Pacheco, die die Arbeit im Weinberg und in den Olivenhainen begleitet, Önologe im Weinkeller Claudio Gori, der als international anerkannter Önologe die Vinifikation führt.

Dank eines festen Teams erfahrener und gut ausgebildeter Mitarbeiter, die aus der Region stammen, wird die Vision des Unternehmens Wirklichkeit. Eine Vision, die auf Prinzipien wie Teamgeist, Respekt für das ökologische Gleichgewicht und die Erschließung des Terroirs beruht. So verstehen wir die Verbindung von Terroir und Kultur.

  • Claudio Gori, Chef-Önologe

  • Katharina Börner & Anton F. Börner

  • Paula Pacheco, Agronomin

Die Menschen hinter ÔMINA ROMANA